Ortsteil Schönau

Geschichte

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An der Römerstraße von Dollnstein Richtung Göhren, Treuchtlingen liegt die Plansiedlung Schönau. Eine „Römersäule“, errichtet 1858 unter König Maximilian II. Joseph an der Kreuzung bei Schernfeld, zeigt den Weg in nordwestlicher Richtung nach Göhren. Folgt man der Straße, erreicht man nach 1,5 km das Dorf Schönau. Die Weichen zur späteren Ortsgründung wurden 889 gestellt, als der damalige König Karl der Große Teile des königlichen Forstbesitzes dem Bischof von Eichstätt schenkte. Aus dem damaligen Grenzverlauf kann man ableiten, dass die Schönauer Flur und das Gehäu bereits zu dieser Zeit in bischöflichem Besitz waren. Ca. 300 Jahre später kam Bischof Otto (1182–1196) der Gedanke, die politische Ruhe der 2. Hälfte des 12. Jh. dazu zu nutzen, Siedlungen zu planen, um die Kirchen und Pfarreien zu vermehren. Konkrete Pläne und Ideen zur Anlage solche Plansiedlungen brachte er bereits 1190 mit nach Eichstätt, nachdem er die Kirche der neu angelegten Plansiedlung Blossenau bei Monheim geweiht hatte. Diese geplante Siedlung wurde nach dem Vorbild der deutschen Kolonisation in den östlichen Teilen des Reiches angelegt. Dort hat sich der Ortstyp des Straßenangerdorfes als äußerst zweckmäßig erwiesen. Der Anger war der Mittelpunkt des Dorfes mit den für die Dorfgemeinschaft wichtigen Einrichtungen. Somit gabelte sich die durch die Längsachse des Dorfes führende Straße, umschloss den Anger und führte am Dorfende wieder zusammen. Bischof Otto starb aber wohl vor der Verwirklichung seiner Pläne. Sein Nachfolger Hartwig, der als Dompropst unter Bischof Otto von diesen Plänen wusste, setzte dies bald nach 1200 mit der Rodung zur Errichtung der Schönauer Flur um. Er beauftragte damit einen Meister, der ein genau umgrenztes Gebiet zugewiesen bekam. Eventuell hatte dieser Meister bereits Erfahrungen mit der Anlage von solchen Siedlungen.